Der Alvensleben-Stollen

Der Alvensleben-Stollen hat seine Benennung nach Albrecht Graf (1794 - 1858). Dieser wurde 1836 zum preußischem Finanzminister ernannt und hatte gleichzeitig für das Ressort Bergbau Verantwortung zu tragen.

Mit der Übernahme der des Eisenerzbergbaus auf dem "Horhauser Gangzug" durch Preußen im Jahre 1815 verknüpfte suche eine Intensivierung des Abbaus der Gangvorkommen, was insbesondere auf den Gruben Georg, Friedrich-Wilhelm, Louise, Harzberg und Silberwiese geschah.

Alvensleben-Stollen

Die bedeutendste Anlage war im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Grube Louise, was in der Reinheit der Eisenerze (kaum Bunterze) begründet war und sich in den Förderzahlen ausdrückte. Erstmals 1825 wurde seitens des Oberbergamtes Bonn eine tiefere Lösung des Louisen-Gangvorkommens in Erwägung gezogen, weil sich einerseits ein Ende des Abbaus in Pingenbetrieb und in den Tagsstollen (Louisenstollen, Trierstollen und Altemannstollen) abzeichnete, andererseits sich das der Teufe zu ausweitete.

Eine tiefere Lösung des Gangvorkommens der Grube Louise ohne die zu Beginn des 19. Jahrhunderts und in nachfolgenden Jahrzehnten noch nicht zur Verfügung stehenden modernen technischen Hilfsmittel war daher nur durch die Anlage eines Stollens vom Wiedtal her wegen der gegebenen topographischen Verhältnisse zu erreichen (Niveaudifferenz zum Louisen-Stollen: 30,80 Meter).

Der Ansatz des Stollen erfolgt im Jahr 1835 durch Steiger Buhse. Die Bauzeit betrug insgesamt 29 Jahre. 1864 erreichte der Vortrieb den nördlichen Ausläufer des Louisen-Gangvorkommens, das der Firma F. Krupp (Essen) zugute kam, welche die Grube Louise zusammen mit den Nachbargruben Friedrich-Wilhelm und Georg sowie die Sayner Hütte vom preußischem Staat erwarb.


Als besondere Baumerkmale des Alvensleben-Stollens sind hervorzuheben:
 

  • Der Schnurgerade Verlauf bis zum Gangvorkommen (Länge 1546 Meter
  • Die Ausrichtung des Stollens auf die kurkölnische Burg Lahr
  • Das bemerkenswert geringe Gefälle (1,5 Meter pro 1000 Meter Stollenlänge)
  • Das durchgehend eingebrachte Röschengewölbe unter der Stollensohle
  • Sumpflöcher in regelmäßigen Abständen
  • Gewölbemauerung in gleichbleibender elliptischer Form in Gebirgspartien mit nicht ausreichender Standfestigkeit
  • Victoria-Schacht bei 1200 Meter Stollenlänge (seitlich angesetzt)
  • Luft- oder (Licht)loch zur Bewetterung

Als bergbauliche Besonderheiten sind hervorzuheben:
 

  • Der Nachweis der Gedingarbeit durch zahlreiche Gedingpflöcke
  • Schlägel- und Eisenarbeit, besonders zu Beginn der Bauzeit; später zum Zweck des Nachhauens von First und Stollenwänden
  • Nachweis der Sprengarbeit mit Schwarzpulver (Handbohrlöcher)
  • Markscheider-Pflöcke
  • Lachtertafeln als Nachweis des Baufortschritts
  • Zahlreiche Eichenschwellen als Teste einer Gestängebahn (Fabrikant des Gestänges: Gewerkschaft Remy, Rasselstein)

Zusammenfassung:
 

  • Bauzeit: 1835 - 1864
  • Durchschnittlicher Vortrieb pro Kalendertag: 14,6 cm
  • Länge bis zum Erzgang der Grube Louise: 1546 m
  • Gefälle: 1,50 Meter auf 1000 Meter

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